Tonnenschwere MRT-Weltneuheit schwebt per Kran in Rosenheim ein

Spektakuläres Bild in der Stollstraße: Dort zog gestern Vormittag ein riesiger Kranwagen samt Schwerlastgerüst die Aufmerksamkeit vieler Passanten auf sich. Ebenso auffällig:ein großes Loch in der Wand des Ärztehauses. Die Aufklärung:Hier wurde der MRT-Scanner Magneton Sola (Magnetresonanztomografie)in das Radiologische Zentrum eingebaut.Das Gerät ist das Erste seiner Art in Bayern.Die Planung und Organisation der aufwendigen Installation übernahmen „Perner Architekten“. „Der Einbau hat zwei knapp Stunden gedauert und ist dank des schönen Wetters reibungslosverlaufen“, berichtete Chef Bernd Perner gestern erleichtert. Das fünf Tonnen schwere Gerät, das dank eines Magnetfeldes Schnittbilder vom Körperinneren erzeugt, war in diesem Jahr auf einem Röntgenkongress in Wien als Weltneuheit vorgestellt worden. Beim Einbau packten Dr. Ulrich Mädler (Bild links) und sein Kollege Dr. Tobias Saam (rechts) vom Radiologischen Zentrum Rosenheim persönlich mit an.
FOTO MÄDLER/SEITER Quelle:OVB 29.8.18

3D-Black-Blood Bildgebung verbessert die Erkennbarkeit von Hirnmetastasen und aktiven Entzündungen bei multipler Sklerose

Vom präzisen und frühen Nachweis von Hirnmetastasen hängt bei Tumorpatienten oft das weitere therapeutische Vorgehen ab. Dabei sollten Aufnahmen die Metastasen vorzugsweise in allen 3 Raumrichtungen (3D) mit hoher Auflösung und gutem Kontrast darstellen. In der klinischen Routine werden meist Sequenzen verwendet, bei denen sowohl Blutgefäße als auch Metastasen hyperintens bzw. hell zur Darstellung kommen. Seit einiger Zeit stehen jedoch auch so genannte „3D Black-Blood“-Sequenzen zur Verfügung bei denen das Blut schwarz, Metastasen dagegen hell zur Darstellung kommen. Forscher der Universität München (1) konnten nun zeigen dass diese im Vergleich herkömmlichen Sequenzen den Kontrast von Metastasen verstärken, was bei höherer diagnostischer Sicherheit den Nachweis kleinerer Tumore ermöglicht. Dies könnte vor allem in frühen Krankheitsstadien von hoher klinischer Relevanz sein, schreiben die Autoren. Die gleiche Forschungsgruppe konnte nun ebenso wie eine Forschungsgruppe aus dem Universitätsklinikum Freiburg (2,3) in weiteren Arbeiten zeigen, dass die 3D-Black-Blood Bildgebung auch die Erkennbarkeit von Läsionen bei multipler Sklerose (MS) erhöht. Bei uns im Radiologischen Zentrum Rosenheim stehen diese hochmodernen Sequenzen zur Verfügung und werden zur Tumor-, MS-, Vaskulitis- und Plaque-Bildgebung arbeitstäglich eingesetzt.
1 https://link.springer.com/article/10.1007/s00330-015-3975-x
2 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28858894
3 http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0183099

mp-MRT der Prostata kann unnötige Biopsien verhindern

Eine brandaktuelle, 2017 in der renommierten Fachzeitschrift Lancet von Dr. Hashim Ahmed publizierte Studie vom University College London konnte zeigen, dass es mit der multi-parametrischen MRT (mp-MRT) der Prostata gelingen kann bei ca. 25% der Patienten mit erhöhten PSA-Werten eine unnötige Biopsie zu vermeiden. Zudem war die MRT deutlich besser bei der Detektion von aggressiven Tumoren als die konventionelle Biopsie (Sensitivität 93% für die mp-MRT versus 48% für die TRUS-Biopsie). Experten sind sich einig, dass diese Studie die Herangehensweise bei der Diagnostik des Prostatakarzinoms in den kommenden Jahren grundlegend ändern könnte. Weitere Informationen zur mp-MRT der Prostata finden Sie Praxisflyer Kernspintomographie der Prostata:

Mamma-MRT auch als Screening-Methode geeignet

In einer 2017 in der angesehenen Fachzeitschrift „Radiology“ publizierten Studie konnte das Team von Frau Professor Kuhl aus Aachen zeigen, dass auch Frauen mit einem normalen Risiko für Brustkrebs von einer Mamma-MRT als Screening-Methode profitieren könnten. In der Studie wurden 2120 Frauen im Alter von 40-70 Jahren mittels Mamma-MRT, Mammographie und Ultraschall untersucht. Mit der MRT-Untersuchung wurden 60 zusätzliche Brustkrebs-Herde entdeckt, die weder mit dem konventionellen Screening (Mammographie) noch mit dem kombinierten Einsatz von Ultraschall und Mammographie entdeckt worden wären. Die mittels MRT entdeckten Läsionen waren durchschnittlich 8 mm groß und die Lymphknoten waren bei >90% der Patientinnen noch nicht befallen, so dass die Heilungschancen bei diesen Patienten als gut bezeichnet werden können. Bisher wird die Mamma-MRT jedoch nicht als Kassenleistung im Rahmen von Screening-Untersuchungen angeboten, ist jedoch prinzipiell als IGeL-Untersuchung auch in unserer Praxis verfügbar.