Was ist eine multiparametrische MRT der Prostata (mp-MRT)?

Die mp-MRT der Prostata (= multiparametrische Magnetresonanztomographie der Prostata) ist ein neuartiges und äußerst genaues bildgebendes Verfahren zur Prostatadiagnostik. Bei dieser strahlenfreien Untersuchungsmethode werden die aggressivsten Tumorherde in der Prostata genau erkannt, so dass der Urologe, wenn notwendig, eine gezielte Gewebeprobe entnehmen kann. Die mp-MRT erhöht zudem die Treffsicherheit von Biopsien und senkt dadurch die Zahl von unnötigen oder falsch negativen Biopsien. Zudem kann die mp-MRT klinisch nicht relevante Tumore von aggressiven Tumoren differenzieren, wodurch unnötige Operationen und unnötige Biopsien vermieden werden können. Die mp-MRT wird gemäß der aktuellen „S3-Leitlinie“ der deutschen Gesellschaft für Urologie bei zuvor negativer Biopsie sowie vor dem Einschluss in die aktive Überwachung ausdrücklich empfohlen und kann auch in der Primärdiagnostik eingesetzt werden.

Eine mp-MRT der Prostata dauert etwa 25–35 min und wird in bequemer Rückenlage durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt an unserem modernen 3-Tesla Hochfeld-MRT-Gerät. Eine intrarektale Spule ist hierfür nicht erforderlich. Es wird eine Venenverweilkanüle am Arm platziert, über die ein Medikament (Buscopan) gespritzt wird, das die Darmbewegungen reduziert, da diese störende Bildartefakte hervorrufen können. Ferner wird Ihnen ein in aller Regel sehr gut verträgliches Kontrastmittel in die Armvene injiziert. Im Anschluss werden die Bilder und der Befund in einem Arztgespräch ausführlich erläutert. Alle Untersuchungen werden von zwei erfahrenen Fachärzten für Radiologie im 4-Augenprinzip ausgewertet.

 

Für wen ist diese Untersuchung sinnvoll?

Vor allem zur Früherkennung und Diagnose eines Prostatakarzinoms, bei Patienten mit erhöhtem familiärem Risiko, deutlich erhöhten PSA-Werten oder nach einer negativen Gewebeentnahme bei weiterhin erhöhtem PSA-Wert. Außerdem kann das mp-MRT nützlich zur optimalen Biopsie-, Operations- und ggf. Bestrahlungsplanung sein. Die erzeugten Bilder können aber auch zur Beobachtung einer Tumorentwicklung („Active Surveillance“) zur Therapiekontrolle und/oder zur Nachsorge herangezogen werden. Sollte der Verdacht eines Rückfalls (Tumorrezidiv) aufgrund gestiegener PSA-Werte vorliegen, gibt das Prostata-MRT genaueren Aufschluss darüber. Eine eventuelle Gewebeprobe der Prostata sollte mindestens 6 Wochen zurückliegen, da mögliche Einblutungen eine eindeutige Beurteilung erschweren.

Kann die mp-MRT eine Biopsie ersetzen?

Ist die Untersuchung unauffällig bzw. zeigt einen harmlosen Befund muss keine Biopsie durchgeführt werden, somit können mit der mp-MRT unnötige Biopsien vermieden werden. Eine Charakterisierung des Gewebes zur Bestimmung des Entartungsgrades bzw. der Aggressivität eines eventuell vorliegenden Karzinoms (Gleason Score) kann nur aus Gewebeproben erfolgen. Daher muss bei auffälligem mp-MRT dennoch eine Biopsie durchgeführt werden. Allerdings kann die mp-MRT dazu beitragen die Treffsicherheit von Biopsien zu erhöhen.

Wer übernimmt die Kosten für die mp-MRT?

Die Kosten für die Untersuchung werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie können diese aber als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nehmen. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Untersuchung.

Radiologisches Zentrum Rosenheim mit Qualitätstestat und zertifizierten Befundern

Mit diesem Testat wurde dem Radiologischen Zentrum Rosenheim vom Berufsverband der Deutschen Radiologen sowie dem Qualitäts-Ring der Radiologie bescheinigt, dass bei den eingesetzten Untersuchungsprotokollen die Vorgaben zu den Messparametern für die mp-MR-Prostatographie (multiparametrische Magnetresonanztomographie der Prostata) erfüllt werden.

Dadurch wird eine hohe technische Bildqualität für die mp-MR-Prostatographie gewährleistet. Alle Untersuchungen werden hierbei von zwei auf die Prostatabildgebung spezialisierten Ärzten nach einem standardisierten Befundschema ausgewertet, dem sogenannten PIRADS-Schema (Prostate Imaging Reporting and Data System; Version 2.1), das von der Amerikanischen Gesellschaft für Radiologieeingeführt wurde, um international klare Kriterien für die MRT-Untersuchungen zu definieren. Die Befundung erfolgt dabei aus Qualitätssicherungsgründen in unserer Praxis immer im 4-Augen-Prinzip. Hierbei möchten wir darauf hinweisen, dass wir unser Befundungsteam seit dem 1.1.2020 durch Herrn Oliver Frantz verstärken konnten. Herr Frantz ist ebenfalls ein sehr erfahrener Radiologe, der in den letzten Jahren als Oberarzt am Klinikum Rosenheim für die Prostatabildgebung zuständig war und die in unserem Zentrum vorhandene Expertise nochmals verstärkt.

Was Sie zur Untersuchung mitbringen sollten

Befundberichte und Bilder von auswärts durchgeführten Voruntersuchungen (z.B. Röntgen, Kernspintomographie, Computertomographie, Ultraschall) können bei der Befundung hilfreich sein und sollten, wenn möglich, vorliegen. Zudem sollte ein aktueller Kreatininwert sowie – falls vorhanden – der PSA-Wert (PSA=Prostataspezifisches Antigen) vorliegen.

Praxisflyer Prostata

Radiologisches Zentrum Rosenheim

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