MR-Angiografie (Kopf-, Hals-, Nieren-, Becken-, Bein-Gefäße)

Mit der MR-Angiografie lassen sich Arterien hochauflösend an Kopf, Hals, Körperstamm und Extremitäten darstellen. So werden Gefäßunregelmäßigkeiten, Engstellen und Verschlüsse, aber auch gefährliche Erweiterungen (Aneurysma) erkannt. Die Untersuchung erlaubt Gefäßdarstellungen ohne besondere Belastung, also ohne Einführung eines Katheters über eine Arterie am Arm oder in der Leiste. Die Darstellung der Kopfgefäße erfolgt ohne Kontrastmittel, bei den übrigen Körperregionen mit einer Kontrastmittelgabe über eine Armvene. Die MR-Angiographie dauert nur wenige Sekunden bis Minuten. Je nach Fragstellung können gezielt die Arterien oder die Venen dargestellt werden. Die MR-Angiographie ist bei Verdacht auf ein Aneurysma (Gefäßaussackung), einer Nierenarterienstenose (mögliche Ursache für Bluthochdruck) oder Sinusvenenthrombose (Blutgerinsel in Hirnvenen) die Methode der Wahl. Die Twist-Angiographie erlaubt eine zeitaufgelöste Gefäßdarstellung. Der Bluteinstorm und ggf. eine Blutumverteilung durch Gefäßsstenosen oder Gefäßverschlüsse wird hierbei in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung, ähnlich einem 3D-Video, dargestellt

MR-Mammografie

Die Kernspintomografie wird dann zur Diagnostik der Mamma eingesetzt, wenn Mammografie und Sonografie keine ausreichende Beurteilung erlauben. Dies ist in der Regel nach Prothesenimplantation gegeben, zur Abklärung einer Prothesenruptur oder Nachweis eines Karzinoms, insbesondere hinter der Prothese. Weiterhin bei Kontrolluntersuchungen nach Operation oder Bestrahlung, zur Differenzierung zwischen Narbe und Tumorrezidiv. Zunehmende Bedeutung gewinnt die MRT der Mamma in der präoperativen Diagnostik um die Tumorausdehnung genau festzulegen und weitere Karzinomherde aufzuspüren. Aber auch bei der Vorsorge spielt die MRT eine immer grössere Rolle. Neuere Studien haben gezeigt, dass bei einigen Tumortypen die MRT bis zu 50% mehr suspekte Läsionen finden kann als die Mammografie und der Ultraschall! Die MR-Mammografie ist derzeit nur unter besonderen Voraussetzungen eine kassenärztliche Leistung. Diese sind insb. Nachsorgeuntersuchungen bei Mammaca. nach brusterhaltender Op. mit und ohne Wiederaufbauplastik sowie die Suche nach dem Primärtumor bei axillären Lymphknotenmetastasen. Mammografie und Sonografie mit einem weiter abklärungesbedürftigen Befund müssen vorliegen. Unsere Praxis besitzt die hierfür erforderliche Genehmigung durch die kassenärztliche Vereinigung.

MR-Cholangiografie (MRCP)

Mit dieser Technik lassen sich die Gallenwege, die Gallenblase und der Pankreasgang ohne Gabe von Kontrastmittel darstellen. Hierdurch können auch kleine Konkremente in den Gallenwegen als Ursache von Oberbauchbeschwerden nachgewiesen werden. Die Untersuchung erfolgt als Zusatzuntersuchung zur Kernspintomografie des Oberbauches.

Cardio-MR

Mit Cardio-MR wird nicht nur die Anatomie (Morphologie), sondern auch die Funktion des Herzens exakt dargestellt. Durch spezielle Techniken mit schnellen, hochauflösenden Untersuchungssequenzen, kann die Bewegung (schnelle hochauflösende Untersuchungssequenzen, EKG-Triggerung) des Herzens so „eingefroren“ werden, dass eine scharfe Abbildung des schlagenden Organs möglich ist. Abgeklärt werden insb. Durchblutungsstörungen (die einem Infarkt vorausgehen können), Wandbewegungsstörungen und Narben (z.B. nach Herzinfarkt, Veränderungen der Herzform (Kardiomyopathie), Entzündliche Herzerkrankungen (Mykarditis).

Multi-Parametrisches MRT der Prostata (mp-MRT)

Die mp-MRT der Prostata (= multiparametrische Magnetresonanz-Tomografie der Prostata oder auch Kernspintomografie genannt) ist ein neuartiges und äußerst genaues bildgebendes Verfahren zur Prostata-Diagnostik. Bei dieser strahlenfreien Untersuchungsmethode werden die aggressivsten Tumorherde in der Prostata genau erkannt, so dass der Urologe wenn notwendig eine gezielte Gewebeprobe entnehmen kann. Die mp-MRT erhöht zudem die Treffsicherheit von Biopsien und senkt dadurch die Zahl von unnötigen oder falsch negativen Biopsien. Zudem kann die mp-MRT klinisch nicht relevante Tumore von aggressiven Tumoren differenzieren, wodurch unnötige Operationen vermieden werden können. Die mp-MRT ist jedoch kein Ersatz für die Biopsie. Eine Charakterisierung des Gewebes zur Bestimmung des Entartungsgrades bzw. der Aggressivität eines eventuell vorliegenden Karzinoms (Gleason Score) kann nur aus Gewebeproben erfolgen.

Eine mp-MRT der Prostata dauert etwa 25 – 35 Minuten und wird in bequemer Rückenlage durchgeführt. Vor der Untersuchung sollte die Harnblase entleert werden. Die Untersuchung erfolgt an unserem modernen 3-Tesla-Hochfeld-MRT Gerät. Eine intrarektale Spule ist bei dieser Untersuchungstechnik nicht erforderlich. Vor der Untersuchung wird eine Venenverweilkanüle am Arm platziert. Über diese bekommen Sie ein Mittel (Buscopan) gespritzt das die Darmbewegungen reduziert, da diese störende Bildartefakte hervorrufen können. Zudem wird Ihnen ein MRT-Kontrastmittel gespritzt.

Das MRT Gerät selbst erzeugt während der Aufnahmen laute Geräusche. Aus diesem Grund bekommen Sie einen Kopfhörer und auf Wunsch auch gerne zusätzlich Ohrstöpsel. Eine eventuelle Gewebeprobe der Prostata sollte mindestens 6 Wochen zurückliegen, da mögliche Einblutungen eine eindeutige Beurteilung erschweren.

Wann kommt ein MRT der Prostata zum Einsatz?

Vor allem zur Früherkennung und Diagnose eines Prostatakarzinoms bei Patienten mit erhöhtem familiären Risiko oder nach einer negativen Gewebeentnahme bei weiterhin erhöhtem PSA-Wert (Tumormarker). Außerdem kann das mp-MRT nützlich zur optimalen Operations- und ggf. Bestrahlungsplanung sein. Die erzeugten Bilder können aber auch zur Beobachtung einer Tumorentwicklung („Active Surveillance“), zur Therapiekontrolle und/oder Nachsorge herangezogen werden. Sollte der Verdacht eines Rückfalls aufgrund gestiegener PSA-Werte vorliegen („PSA-Rezidiv“), gibt das Prostata MRT genaueren Aufschluss darüber.

Ist das mp-MRT eine Kassenleistung?

Das mp-MRT der Prostata ist leider keine Kassenleistung sondern wird von uns als IGeL-Untersuchung (individuelle Gesundheitsleistung) angeboten. Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten der Prostata-MRT meist in voller Höhe.

Sie möchten mehr wissen?

Weitere ausführliche Informationen finden Sie in unserem » Informationsblatt Prostata-Vorsorge

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